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	<title>Die Anstalt - Lehrer-Blog</title>
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	<description>Der Blog für alle, deren Alltag die Schule ist</description>
	<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 09:18:48 +0000</pubDate>
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		<title>Gute Idee?!</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 09:14:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<title>Ein Weltmeister aus Deutschland</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 12:33:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claude</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[(Martin Heidegger hat 1974 seine Liebe zum Fu&#223;ball und zu Franz Beckenbauer entdeckt, dabei ist anscheinend ein kleiner Text entstanden, der anl&#228;sslich des Beginns der Fu&#223;ballweltmeisterschaft unserer Redaktion zugespielt worden ist.) 
Das Geviert &#246;ffnet sich und entl&#228;sst in seiner Lichtung Mitte ein Rund.
Der Gott – der Mensch – der Himmel – die Erde bergen dem Wesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Martin Heidegger hat 1974 seine Liebe zum Fu&#223;ball und zu Franz Beckenbauer entdeckt, dabei ist anscheinend ein kleiner Text entstanden, der anl&#228;sslich des Beginns der Fu&#223;ballweltmeisterschaft unserer Redaktion zugespielt worden ist.) </p>
<p>Das Geviert &#246;ffnet sich und entl&#228;sst in seiner Lichtung Mitte ein Rund.<br />
Der Gott – der Mensch – der Himmel – die Erde bergen dem Wesen des Grundes entgegengekehrt den Abgrund: Raum und Zeit.<br />
Das Geviert lichtet die Endlichkeit, stellt sie ins Feld, nicht fassbar (wie die Fassnacht), betretbar ist es.<br />
Doch, das gelichtete, geflutete Feld bleibt ungespurt. Weder Feldwege noch Holzwege bieten sich dem Gel&#228;uf.<br />
Ungespurt aber nicht ziellos entbirgt das Gel&#228;uf Laufwege. Ein Telos entwirft das Geviert, irdiges Rund verliert und entviert sich. Entlassen ist des Erdballs Kugel feldw&#228;rts. Sie f&#228;llt abgr&#252;ndig ins Gel&#228;uf. Im Gel&#228;uf kehrt ein Gestell sich zum Ziel.</p>
<p>Ein Pfiff – ein Ball – ein Feld – &#8230; Was fehlt? <br />
Das Geviert multipliziert mit der Zahl der Fassnacht ergibt die regellose Summe der Beine derer, die zum J&#228;ger des Erdballs entlassener Kugel werden. Ein Geviert davon substrahiert die Beine der H&#252;ter des Gestells. <br />
Ein geteilt dreifaches Geviert die Beine der W&#228;chter der Regel im regellosen Gel&#228;uf. <br />
Nochmal aber: Was fehlt im Feld des geworfenen Balls? <br />
Ist Antwort zuhanden? Von woher ert&#246;nt der Chor dichtender Stimme? <br />
Aus dem Geviert der Richtungen? Des West – des Nord oder gar des S&#252;d oder Ost? <br />
Es t&#246;nt ein Pfiff. Es liegt ein Feld. Es fliegt ein Ball. Es l&#228;uft im Geviert. Es t&#246;nt der Chor. Es fehlt das Rund im Geviert – der Advent des Balles im Gestell. </p>
<p>Dann f&#228;llt ein Tor f&#252;r den Weltmeister aus Deutschland. </p>
<p> 
</p>
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		<title>So motiviert man Sch&#252;ler?!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 08:04:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<title>Heyhohh&#8230;, wir hatten die Qualit&#228;tssicherung an Bord!</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jun 2010 08:59:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claude</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Die meisten Kolleginnen und Kollegen h&#246;rten sich an, als ob sie beim Zahnarzt waren: „Es hat gar nicht weh getan! War bei dir auch schon jemand?“ „Ja, bei mir standen sie direkt vor ersten Stunde an der Klassenzimmert&#252;r. Und ich war eine Minute zu sp&#228;t!“  „Bei mir hat sich die Klasse voll daneben benommen, ausgerechnet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Kolleginnen und Kollegen h&#246;rten sich an, als ob sie beim Zahnarzt waren: „Es hat gar nicht weh getan! War bei dir auch schon jemand?“ „Ja, bei mir standen sie direkt vor ersten Stunde an der Klassenzimmert&#252;r. Und ich war eine Minute zu sp&#228;t!“  „Bei mir hat sich die Klasse voll daneben benommen, ausgerechnet heute hatte die H&#228;lfte kein Material dabei.“ „Ja und bei mir hat sich eine von denen hinten reingesetzt und nur zehn Minuten geguckt ist dann einfach wieder gru&#223;los raus.“ „Bei mir ist auch einer gewesen, der kam gerade als wir das sch&#246;nste Gespr&#228;ch hatten und mit einem Schlag, war alles still. Ich hab´ gesagt, Kinder, k&#252;mmert euch nicht um den Besuch, der geht gleich wieder, da ging es dann einigerma&#223;en.“<br />
Die ganz coolen Kollegen mussten mehrmals pro Pause beteuern, dass sie ganz normalen Unterricht machen. Die noch Cooleren beteuerten, dass sie so gut wie immer vorbereitet seien. Und die Saucoolen schworen Stock und Stein, dass sie sich &#252;berhaupt nicht auf diesen Tag vorbereitet h&#228;tten.<br />
Man merkt es: Wir hatten die einmalige, externe, extreme, evaluative und einzigartige Qualit&#228;tsicherungsagentur an unserer Schule. Man, war das ein Ereignis. Zwei Tage lang mussten wir so tun, als ob alles wie immer lief. Ganz normal tun, strengt ganz sch&#246;n an, wenn man dabei zugeschaut bekommt. Was nur leider niemand mitbekommen hat – au&#223;er, dass es nicht so schlimm war – ist, welche Qualit&#228;t, wie gesichert worden ist. Aber vielleicht war ja heute nur Bestandsaufnahme, Informationen wie wir es besser machen k&#246;nnen gibt es stets morgen. Vielleicht ist Schule, wie der Fris&#246;r der ein Emailleschild im Schaufenster h&#228;ngen hat: Morgen Haarschneiden zum halben Preis.
</p>
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		<title>Verf&#252;hrte Missbraucher?</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 10:29:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claude</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[L&#228;ngst ist das Thema Missbrauch keine Thema der katholischen Kirche und des Z&#246;libats mehr, l&#228;ngst ist das Thema ein Thema der Erziehung insgesamt und damit nat&#252;rlich auch der Schulen. Gerold Becker der ehemalige Leiter der Odenwaldschule, wird von ehemaligen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern angeklagt, vorsichtig gesagt, grenz&#252;berschreitend im Umgang mit Schutzbefohlenen umgegangen zu sein. 
Von seinem Freund [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>L&#228;ngst ist das Thema Missbrauch keine Thema der katholischen Kirche und des Z&#246;libats mehr, l&#228;ngst ist das Thema ein Thema der Erziehung insgesamt und damit nat&#252;rlich auch der Schulen. Gerold Becker der ehemalige Leiter der Odenwaldschule, wird von ehemaligen Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;lern angeklagt, vorsichtig gesagt, grenz&#252;berschreitend im Umgang mit Schutzbefohlenen umgegangen zu sein. </p>
<p>Von seinem Freund und Weggef&#228;hrten Hartmut von Hentig wird Becker in Schutz genommen. Wenn &#252;berhaupt, h&#228;tten Becker Sch&#252;ler verf&#252;hrt, nicht umgekehrt (Allgemeine Zeitung, 15.3.10, Titelseite). Eine beispielhafte Aussage eines Entgrenzungsp&#228;dagogen! Von Hentig hat in vielen Schriften, die b&#252;rgerliche Kleinfamilie an den Pranger gestellt. T&#252;ren, ja selbst W&#228;nde in Schulen seien Ausdruck b&#252;rgerlichen Denkens. Deswegen wurde die Bielefelder Laborschule einer Montagehalle nachempfunden. Klassenr&#228;ume gab es nicht, alles war offen, f&#252;r jeden einsehbar, besser gesagt, kontrollierbar. Eine r&#228;umlich wahrnehmbare Kritik an Grenzen. Eine &#220;berschreitung auch des Bed&#252;rfnisses nach R&#252;ckzug und Intimit&#228;t. </p>
<p>Oder etwa ein Selbstschutz gegen&#252;ber der erotischen Anziehung von Kindern, eine Selbstkontrolle also? Mitte der 70er Jahre schrieb von Hentig bei einem Besuch der Thermen des Poseidons auf der Insel Ischia, die Badenden in den Becken betrachtend: „In ihnen lagen zu Hunderten Menschen (meistens aus Deutschland) zwischen 30 und 70, bleich, fett, glatzk&#246;pfig, mit krummen Gliedern und schlaffer Haut – ein so absto&#223;ender Anblick, dass das Auge allein die wenigen jungen, sportlichen, geraden Gestalten aufsuchte, die es da auch gab.“ (H. von Hentig, Jugend, in: Neue Sammlung, 1974, 217.) Wie sagt Nietzsche, f&#252;r den das Kind Symbol der letzten Verwandlung des Geistes war? „Die Schwachen und Missratenen sollen zugrunde gehen.“ (Antichrist, 2). Ich vermute: Misanthropen erwarteten noch immer vom Kinde und der Jugend Erl&#246;sung. Deswegen werden sie P&#228;dagogen, um ihren Menschenhass zu kaschieren und die Jugend unter ihren Totalangriff zu bekommen. Eine Beziehung von gleich zu gleich, bleich zu bleich, Glatzkopf zu Glatzkopf ist da nicht vorgesehen. 
</p>
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		<title>Ich war mit einem Lehrer allein im Wald</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 10:26:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claude</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Was sich hier wie die &#220;berschrift eines Enth&#252;llungsromans liest, ist eine sch&#246;ne Geschichte aus einer unsch&#246;nen Zeit heraus erinnert.
Ich wohnte fr&#252;her in einem Hochhaus. Meine Eltern kamen erst abends von der Arbeit. Ich war nach der Schule oft allein. Keine Klassenkameraden wohnten in der N&#228;he. Da nahm sich ein Nachbar meiner an. Wir wohnten T&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was sich hier wie die &#220;berschrift eines Enth&#252;llungsromans liest, ist eine sch&#246;ne Geschichte aus einer unsch&#246;nen Zeit heraus erinnert.<br />
Ich wohnte fr&#252;her in einem Hochhaus. Meine Eltern kamen erst abends von der Arbeit. Ich war nach der Schule oft allein. Keine Klassenkameraden wohnten in der N&#228;he. Da nahm sich ein Nachbar meiner an. Wir wohnten T&#252;r an T&#252;r. Seine Frau wollte keine Kinder. Er war Sportlehrer und h&#228;tte anscheinend gerne Kinder gehabt. Also verabredeten wir uns oft Nachmittags, zum Joggen, Schwimmen und Fu&#223;ballspielen. Im Wald lagen alte F&#228;sser rum, aus denen bauten wir uns eine Crosslaufstrecke. An einem See in der N&#228;he, spielten wir Kniffel.  Wenn ich krank war, bekam ich ein Buch geschenkt. &#220;ber das wurde dann sogar mit mir gesprochen. Ich war als 14-j&#228;hriger sehr dankbar f&#252;r diese Freundschaft. Irgendwann ist mein Nachbar weggezogen, da er sich trennte und eine Frau gefunden hatte, die seinen Kinderwunsch teilte.<br />
Warum ich das hier aufschreibe, liegt auf der Hand. Kann es heute noch solche Geschichten geben? Wahrscheinlich geht in der Zeit des Verdachts manches verloren, was fr&#252;her ging. Jedenfalls kam ich mir nie komisch vor im Umgang mit meinem Nachbarn. Er konnte mit mir ein wenig V&#228;terlichkeit ausleben, und ich hatte in einer Zeit, als mir nicht besonders gut ging, ein m&#228;nnliches Vorbild. Ich hatte fr&#252;her nie Sport gemacht, mit meinem Nachbarn konnte ich entdecken, dass ich auch schnell laufen, kr&#228;ftig schwimmen, gut gegen einen Ball treten und mich &#252;ber B&#252;cher unterhalten konnte. Alles Dinge, die mir heute noch wichtig sind, die ich aber nicht in der Schule beigebracht bekam und auch nicht so erfahren h&#228;tte, wenn mein Nachbar Angst gehabt h&#228;tte, dass gesagt wird. „Der geht mit einem Jungen in den Wald!“
</p>
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		<title>Zu den Sternen &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Feb 2010 10:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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</p>
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		<title>Ich habe etwas verstanden</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 16:53:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claude</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Unsere &#228;lteste Tochter besucht ein Gymnasium. Es gef&#228;llt ihr so gut oder schlecht, wie halt eben Schule gef&#228;llt oder missf&#228;llt: Mal so, mal so. Dementsprechend wird auch auf Fragen nach der Schule oft recht einsilbig reagiert: Papa, lass es!
Letztens abends erz&#228;hlte sie jedoch von ihrer neuen Franz&#246;sisch-Lehrerin. Ausf&#252;hrlich wurde beschrieben, wie die Lehrerin etwas erkl&#228;rte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere &#228;lteste Tochter besucht ein Gymnasium. Es gef&#228;llt ihr so gut oder schlecht, wie halt eben Schule gef&#228;llt oder missf&#228;llt: Mal so, mal so. Dementsprechend wird auch auf Fragen nach der Schule oft recht einsilbig reagiert: Papa, lass es!</p>
<p>Letztens abends erz&#228;hlte sie jedoch von ihrer neuen Franz&#246;sisch-Lehrerin. Ausf&#252;hrlich wurde beschrieben, wie die Lehrerin etwas erkl&#228;rte, an der Tafel anschrieb und die Sch&#252;ler abschreiben lie&#223;. Eine Unterrichtsform, die f&#252;r unsere Ohren daheim nicht gerade innovativ klang. Unsere Tochter jedoch war begeistert. <em>„Ich verstand alles und wir durften es sogar abschreiben.“</em> Das war anscheinend beim vorigen Lehrer anders, da wurde weder etwas erkl&#228;rt noch angeschrieben, folglich auch nicht abgeschrieben. Die Arbeit begann immer zu Hause, bei der Nach(?)arbeit mit der Mutter. Komisch, wie einfach Sch&#252;ler und Eltern manchmal gl&#252;cklich zu machen sind: Verst&#228;ndliche Ergebnisse aus dem Unterricht (!) ordentlich abschreiben d&#252;rfen. 
</p>
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		<title>Ich hasse euch</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 16:51:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claude</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[Wut hat eine wichtige Funktion. Sie soll eine t&#228;tliche Auseinandersetzung verhindern. Der W&#252;tende versucht seinen Rivalen derart einzusch&#252;chtern, damit dieser sich kampflos zur&#252;ckzieht. Das w&#252;tende „Subjekt“ will seinen Platz behaupten und das herausfordernde „Objekt“ vertreiben. „Du hau ab, ich bleibe!“ 
Diese psychodynamische Kurzbeschreibung kann nur zum Teil helfen, die Wut von Lehrerinnen und Lehrern gegen&#252;ber ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wut hat eine wichtige Funktion. Sie soll eine t&#228;tliche Auseinandersetzung verhindern. Der W&#252;tende versucht seinen Rivalen derart einzusch&#252;chtern, damit dieser sich kampflos zur&#252;ckzieht. Das w&#252;tende „Subjekt“ will seinen Platz behaupten und das herausfordernde „Objekt“ vertreiben. <em>„Du hau ab, ich bleibe!“</em> </p>
<p>Diese psychodynamische Kurzbeschreibung kann nur zum Teil helfen, die Wut von Lehrerinnen und Lehrern gegen&#252;ber ihren Klassen zu erkl&#228;ren. Wer kennt nicht das Gef&#252;hl, wenn ohnm&#228;chtige Wut in einem hochsteigt und man laut losbr&#252;llen will oder eben wirklich losbr&#252;llt und auf den Tisch haut. Ich w&#252;rde sagen, wenn das einmal im Halbjahr vorkommt, braucht man dar&#252;ber vielleicht nicht weiter zu reden. Warum? Weil anscheinend die <em>Pr&#228;senz</em> der Lehrkraft in wenigen Extremsituationen herausgefordert war und sich so nachhaltig zeigte, dass solche Ausbr&#252;che eine absolute Ausnahme darstellen. </p>
<p>Aber wir wissen, dass dies bei einigen Kolleginnen und Kollegen nicht die Ausnahme ist, sondern zum Tagesrepertoire geh&#246;rt. Da werden dann Sch&#252;ler <em>„zum Kotzen“</em> gefunden oder wie <em>„die Pest“</em> gehasst. Ich finde die Vorstellung, solche Wutausbr&#252;che geh&#246;ren zum Berufsalltag, unertr&#228;glich, nicht nur f&#252;r die Sch&#252;ler, sondern auch f&#252;r die Kollegen. </p>
<p>Die oben beschriebene Psychodynamik funktioniert halt nur in extremen Einzelsituationen befriedend und anscheinend auch nur dann, wenn der Wutadressat fliehen kann. Dies ist aber den Sch&#252;lern verwehrt. Sie k&#246;nnen nicht fliehen. Sie bleiben, wie der Lehrer, in der Wutschleife gefangen. Wie gesagt, eine unertr&#228;gliche Situation. Auch eine <em>unl&#246;sbare</em> Situation? Ich denke beinahe schon! Die Wuteskapaden der Kollegen, sind deshalb schwer aufzul&#246;sen, weil sie sich nicht helfen lassen und sie nicht gezwungen werden, sich helfen zu lassen. Ich meine das sehr ernst: &#220;berforderte Lehrer und Lehrerinnen, die keine Hilfe suchen, geh&#246;ren in keine Klasse! 
</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Entbl&#246;&#223;end (Gastautorin evi)</title>
		<link>http://lehrerblog.jugend-und-bildung.de/?p=120</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 18:11:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category>Allgemein</category>

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		<description><![CDATA[In Bayern d&#252;rfen Sch&#252;ler ab der 9. Klassen bei schriftlichen Deutsch-Arbeiten neuerdings den Rechtschreib-Duden verwenden. Grund dieser Neuerung: unbekannt, aber leicht herzuleiten: Da sich im Dschungel der lianenhaft wuchernden Regeln und Ausnahmen der deutschen Rechtschreibung selbst Deutschlehrer verirren, kann man von Sch&#252;lern nicht erwarten, sich in diesem Dickicht zurechtzufinden. Erstmals in meiner Laufbahn als Deutschlehrerin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Bayern d&#252;rfen Sch&#252;ler ab der 9. Klassen bei schriftlichen Deutsch-Arbeiten neuerdings den Rechtschreib-Duden verwenden. Grund dieser Neuerung: unbekannt, aber leicht herzuleiten: Da sich im Dschungel der lianenhaft wuchernden Regeln und Ausnahmen der deutschen Rechtschreibung selbst Deutschlehrer verirren, kann man von Sch&#252;lern nicht erwarten, sich in diesem Dickicht zurechtzufinden. Erstmals in meiner Laufbahn als Deutschlehrerin f&#252;hlte ich mich durch das Kultusministerium verstanden und unterst&#252;tzt. Ich hoffte, dass sich meine Korrekturarbeit wenigstens im Bereich der Rechtschreibung drastisch verk&#252;rzen w&#252;rde. Doch auf das, was dann kam, war ich nicht vorbereitet. </p>
<p>Meine 9. Klasse sollte eine Er&#246;rterung schreiben, erstmals unter Verwendung des Rechtschreibdudens, der in einfacher Ausfertigung auf dem Lehrerpult lag und bei Bedarf eingesehen werden konnte. Die Themen hatte ich altersgerecht zubereitet und stellte mich auf drei angenehm ruhige Stunden ein, in denen die Sch&#252;ler ihre Gedanken m&#252;hsam zu Papier bringen w&#252;rden. Mein Blick schweifte &#252;ber die fiebrig brodelnden K&#246;pfe, die sich dicht &#252;ber die Tische beugten, w&#228;hrend meine eigenen Gedanken um die Frage kreisten, was ich heute Mittag kochen k&#246;nnte. Waren noch gen&#252;gend Kartoffeln f&#252;r ein Gratin zu Hause oder m&#252;sste ich nach dem Unterricht erst noch einkaufen gehen?  Ich wurde j&#228;h aus meinen Planungen gerissen, als eine Sch&#252;lerin, die sich den Duden geholt hatte, pl&#246;tzlich die Stille brach und emp&#246;rt ausrief: „Frau Meyer, Sie m&#252;ssen mal einen neuen Duden anschaffen, der hier ist ja v&#246;llig veraltet, da steht ja nicht einmal „entbl&#246;&#223;t“ drin!“ Aha, ich w&#252;rde also nicht nur Kartoffeln, sondern auch noch einen neuen Duden kaufen m&#252;ssen. W&#228;hrend ich mich noch wunderte, dass Jenny dieses Wort nicht fand, fiel mir nachtr&#228;glich auf, dass sie es seltsam ausgesprochen hatte, mehr wie „embl&#246;&#223;t“, und als ich sie darauf hinwies, dass die erste Silbe „ent-„ hei&#223;t, kam ein &#252;berraschtes: „Ach so!“ Die Klasse lachte leise vor sich hin und die Sch&#252;lerin suchte nun wiederum verzweifelt. Nach kurzer Zeit &#228;u&#223;erte sie entt&#228;uscht und trotzig: „Aber es steht trotzdem nicht drin!“ Sie sagte es so, als ob ich pers&#246;nlich f&#252;r den Inhalt des Dudens verantwortlich w&#228;re, so wie Kinder sich bei ihren M&#252;ttern beschweren, dass kein Joghurt mehr im K&#252;hlschrank ist. Doch sollte es tats&#228;chlich m&#246;glich sein, dass so ein altehrw&#252;rdiges deutsches Partizip wie „entbl&#246;&#223;t“ von der Duden-Redaktion &#252;bersehen worden ist? Ich sch&#252;ttelte den Kopf und sagte, dass das nicht sein k&#246;nne. Wo sie denn genau nachgesehen h&#228;tte, wollte ich wissen. Da buchstabierte sie: „e-n-t-p-l&#8230;“,  ich fiel ihr prompt ins Wort: „Doch nicht mit hartem p, Jenny!“ Die ganze Klasse prustete nun laut los, w&#228;hrend Jenny rot anlief und nach wenigen Sekunden endlich aus dem Duden erfuhr, was sie eigentlich wissen wollte: „Ach, das schreibt man mit scharfem &#223;!“. </p>
<p>Nachdem dieses Problem gel&#246;st war, fl&#252;sterte mir kurze Zeit sp&#228;ter ein Sch&#252;ler aus der ersten Reihe, der ebenfalls verzweifelt im Duden bl&#228;tterte, zu: „Frau Meyer, wie schreibt man denn Guglamat?“ Hatte ich mich verh&#246;rt oder sollte es deutsche W&#246;rter geben, die ich noch nie geh&#246;rt hatte, geschweige denn wusste, wie man sie schrieb? Skeptisch fragte ich nach: „Wie hei&#223;t das?“, und er prompt wieder: „Guglamat“. Nun beugte ich mich leicht nach vorn und fragte mit ged&#228;mpfter Stimme, was das denn sein solle, dieses Guglamat, und Manuel, leicht z&#246;gerlich, - jetzt war auch er unsicher geworden - „na dieses, dieses Mittel, was die ins Essen rein tun, wie hei&#223;t das gleich?“ Da d&#228;mmerte es mir: „Meinst du etwa Glutamat, diesen Geschmacksverst&#228;rker?“ - „Ja, genau!“</p>
<p>Es kehrte wieder Ruhe ein, und ich konnte mich gedanklich mit der Zubereitung des Mittagessens befassen. Kam meine Tochter heute &#252;berhaupt mittags nach Hause oder hatte sie Nachmittagsunterricht? Am Ende brauchte ich gar nichts zu kochen und k&#246;nnte mit ein paar Kollegen zum nah gelegenen Italiener gehen. „Wie schreibt man denn Annonce?“, platzte pl&#246;tzlich Marius in meine &#220;berlegungen.  Doch ich f&#252;hlte mich nicht zust&#228;ndig, wozu hatte man denn jetzt den Duden? Ohne ein Wort zu sagen zeigte ich mit meinem Finger auf denselbigen. Er nahm ihn vom Lehrerpult, stand eine ganze Weile vor mir, bl&#228;tterte darin und sagte dann: „Ach so, das bedeutet ja Anzeige! Mist, dann kann ich es nicht nehmen!“. In diesem Fall hatte ihn der Duden offenbar gerettet, denn wie ich sp&#228;ter erfuhr, suchte er wohl nach dem Wort „Nuance“. </p>
<p>Letztlich musste ich einsehen, dass ich mich zu fr&#252;h gefreut hatte. Die Tatsache, dass die Sch&#252;ler den Duden verwenden d&#252;rfen, wird meine Korrekturarbeit nur unwesentlich verringern. Stattdessen wird mir klar, dass einem ohne gewisse Grundkenntnisse der deutschen Wortbildung selbst ein noch so aktuelles Nachschlagewerk nichts n&#252;tzt, im Gegenteil, es deckt die Schw&#228;chen meiner Sch&#252;ler auf entbl&#246;&#223;ende Weise auf.<br />
Empl&#246;send ist das!</p>
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