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Wir können nicht helfen!

By claude | October 2, 2009

Letztens stellte sich bei einem Elternabend der Französich-Lehrer meiner Tochter vor. Ein wirklich sympatischer Typ. Als besprochen wurde, wie die Erwartungen bezüglich des heimischen Übens sind, sagte ein Vater: “Wir können überhaupt kein französisch. Wir können unserer Tochter nicht helfen. Wir können noch nicht mal die französischen Hausaufgaben kontrollieren.” Da wurde wieder einmal klar und deutlich, wie selbstverständlich unser Schulsystem auf die Leistungsfähigkeit, der mit ihren Kindern lernenden, wiederholdenden, übenden und kontrollierenden Eltern baut. Die Schule soll individuelle Förderung leisten, wie es jetzt in Rheinland-Pfalz beim Landeselterntag Thema ist. Dazu spricht sogar unsere Ministerin Doris Ahnen, aber die Wirklichkeit sieht so aus, dass die Eltern vieles ausbügeln müssen. Ein Großteil der individuellen Förderung leisten allein die Eltern. Ist ja auch nicht so schlimm, wenn sie es können und die Zeit, die Energie und den entsprechenden Kontakt zu ihren Kindern haben. Aber, wenn sie das alles nicht leisten können bleibt die Chancengleichheit auf der Strecke. Und leider muss ich sagen, dies gilt auch für Ganztagsschulen, auch hier wird nicht so gearbeitet, dass die Schüler nicht mehr mit Hilfe der Eltern lernen, wiederholen, üben müssen, nur halt dann noch später am Abend, was den Schulfrust nicht gerade senkt. Also: Lernen in der Schule wäre schon eine Option!

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11 Responses to “Wir können nicht helfen!”

  1. Lemim Says:
    October 4th, 2009 at 09:17

    Vielleicht wäre auch die weitere Verkürzung der Schulzeit eine Option. Durch eine Verkürzung der Grundschulzeit und eine inhaltliche Straffung könnte man die Selektion vereinfachen. Ergebnis wäre ein Gymnasium mit einer homogenen Lerngruppe und mit Eltern im Hintergrund, die ihre Kinder auch vernünftig unterstützen können. Optimal wäre natürlich promovierte Akademiker!
    Etlichen Ministern und auch Schulleitern würde das wohl gefallen…

  2. claude Says:
    October 4th, 2009 at 09:46

    das kann aber auch kompensiert werden: inzwischen gibt es schon Gymnasien, die Englisch- und Französischkurse für Eltern anbieten. Vielleicht sollte man einfach die Gymnasialtauglichkeit der Eltern testen, bevor deren Kinder genommen werden…

  3. Michaela Says:
    October 7th, 2009 at 13:18

    Tja, das ist wirklich ein Problem. Wenn man sich zu sehr auf die Eltern verlässt, dann kann man kaum Chancengleichheit erwarten. Andersherum ist es aber auch so, dass die Lehrer oft Aufgaben übernehmen müssen, die eigentlich die Eltern leisten müssten, z.B. wenn sie die Kinder erst einmal dazu bringen müssen sich zu konzentrieren oder still dem Unterricht zu folgen, mal ganz abgesehen von Hausaufgaben u.ä. Das sollten eigentlich Vorraussetzungen sein, die aus dem Elternhaus mitgebracht werden!

  4. claude Says:
    October 7th, 2009 at 17:21

    dazu würde auch das leidige Thema “Medeinkunsum” und vorallem “Medienkontrolle” gehören…

  5. Sybille Kostenloseonlinespiele Says:
    October 21st, 2009 at 15:08

    Ich denke, dass Kinder, die auf das Gymnasium gehen alt genug sind, ihre Hausaufgaben selbst zu erledigen oder muss man 12-jährigen Kindern immernoch dabei helfen? Kinder sollten dann mit ihren Mitschülern sie Hausaufgaben nachmittags zusammen erledigen und sie sollten sich gegenseitig unterstützen.

  6. Dirk Says:
    October 21st, 2009 at 16:25

    Traurige Wahrheit hier in deutschland bezüglich des Schulsystems. Wenn dann eine solche Meinung von den eltern kund getan wird, kommt dann womöglich noch die Antwort durch einen Lehrer “dann schicken Sie ihr Kind doch ein jahr ins Ausland”!
    Sowas haben die eltern von meinem Cousin zumindestens gehört, als sie eine ähnliche Antwort mitteilten. Das ist doch wohl eine absolute frechheit oder?

  7. claude Says:
    October 22nd, 2009 at 10:04

    Wie gesagt, lernen in der Schule wäre schon eine Option.

  8. Dirk Says:
    October 22nd, 2009 at 13:22

    Stimm claude

  9. Michael Erp Says:
    November 8th, 2009 at 09:08

    Das Hauptproblem ist die geringe Finanzierung. Da werden von Parteien Versprechungen gemacht, von denen sie selbst nicht wissen ob sie realisierbar sind, weil: Die gesamte finanzielle Lage unseres schönen Landes ist zwar von offizieller Seite zwar (zumindest für die Parteien) zugänglich, aber extrem schwer zu besorgen. Man muss einen haufen Anträge stellen und wenn man Glück hat mit nur 2 Monaten Wartezeit rechnen.
    Die partei die dann an die Macht kommt ist zunächst dann erstmal überrascht, kann nicht verwirklichen was versprochen wurde und enttäuscht auomatisch ihre Wähler.

  10. claude Says:
    November 9th, 2009 at 06:11

    ich habe jetzt noch etwas dummes gehört, spenden für eine schule müssen behördlich genehmigt werden, da bekommen eltern sicher große lust sich für die schule ihrer kinder zu engagieren…

  11. Sonny Says:
    December 21st, 2009 at 14:38

    Also ich finde es ungeheuerlich, dass von den Schulen die Hilfe der Eltern fest mit eingerechnet wird. Spätestens ab den weiterführenden Schulen dürfte dies für viele Eltern ein Problem darstellen.

    Ich könnte meinem 12 jährigen Neffen heute auch nicht mehr bei den Hausaufgaben helfen!

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