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Freiheit durch Restriktion
By claude | February 1, 2010
Gerade lese ich in der FAS vom 31.1.10 „Die Politik des iPad“ von Frank Schirrmacher: „Computer sind einzigartige Innovationsantreiber, weil was mit ihnen geschieht, immer auch mit dem Denken geschieht. Technologien sind Ideologien; … Technologien, die der Kommunikation dienen und dem Denken fast gleichgesetzt werden, sind gewaltigere Ideologien als politische.“ Auch wenn ich nicht viel von den technischen Revolutionen des Computerzeitalters verstehe, so beschreibt Schirrmacher bezogen auf die Präsentation des iPad etwas, das ich vor Jahren schon einmal bei Umberto Eco gelesen habe, der sagte, Microsoft ist katholisch und Apple ist calvinistisch.
Auf der einen Seite steht die Illusion eines katholischen Anything goes, das in Wirklichkeit heißt, Anything goes, solange es unter unserem Dach geschieht, solange wir alle Fäden in der Hand haben, solange es unserem Geschäftsmodell dient. Auf der anderen Seite steht die engere Non-free Gemeinde, in die man bewusst eintritt, in der man befreiende Restriktionen in Kauf nimmt. Ich möchte mich befreien von den Multioptionen und geschlossenen Systemen vertrauen können. Ich würde das also als Freiheit durch Restriktion übersetzen. Vielleicht passt auch das Bild von Regierungsorganisationen im Gegenüber zu NGO´s, also Nicht-Regierungsorganisationen oder Globalisierung im Gegensatz zu Regionalisierung.
Anscheinend nimmt der Fortschritt die Kurve zu mehr Übersichtlichkeit und Nachhaltigkeit???
Wenn also der technologische Fortschritt wieder einmal das Denken verändern sollte, hätte das wieder einmal Konsequenzen für das Lernen in der Schule??
Die Frage lautet, welchen Gewinn könnte die Einschränkung der Ideologie der Multioption für den Unterricht haben?
Vielleicht geht es in folgende Richtung: Zunächst können wir mit guten Gründen Abschiednehmen vom „Alles ist möglich, aber nichts wird wirklich!“, dann können wir das leben und lehren, was leben und lehren immer schon beinhaltet, die Erfahrung von Restriktionen nämlich, d.h. Pädagogik verzichtet auf jedes Heilsversprechen, schließlich kann dies als sinnvoll in den Blick kommen: Ich kann nicht alles, ich muss nicht alles, aber ich will weniges richtig machen! Wäre das ein Segen, in eine Schule mit der Konzentration aufs Wesentliche gehen zu können!! iPad macht vor, wo die pädagogische Reise hingehen kann!!!
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