« Geschlossene Gesellschaft | Home | “Use your head, teach!” »

Obermeier, nicht Uschi

By claude | February 21, 2009

Fastnacht ist lustig. Nach dem Umzug in unserem Ortsteil dürfen an der Schule meiner Töchter die Eltern immer für die Bewirtung sorgen. Ist echt lustig. Zuerst habe ich eine Stunde lang Rindswurst verkauft, wegen der Vielfalt in einer Multikultigesellschaft gibt es keine Schweinewürstchen mehr. Vielleicht wäre ja schon schon die Frage: “Rinds- oder Schweinewurst?” eine leitkulturelle Zumutung? Vielleicht gab es aber einfach auch nur einen Topf, weshalb auf Schweinewürstchen verzichtet werden musste, weil nur eine Schweinswurst inmitten vieler Rindswürste diese alle quasi ethnisch versaut hätte…

Dann habe ich beim Bierstand Gläser gespült, dabei habe ich mir gedacht, dass es manchmal gut ist, wenn man nicht weiß, wie sie gespült werden. Mit kaltem Wasser, dass nicht eben oft gewechselt wird, ist nicht lustig. Ich habe mir aber trotzdem Mühe gegeben, ordentliche Spülergebnisse zu erzielen. Immerhin durfte auf dem Schulhof Bier und Sekt verkauft werden, was unsere Schulbürokratie normalerweise strickt untersagt. Aber an Fassenacht darfs halt doch mal lustig zugehen. Überhaupt kann man viele lustige Begebenheiten beobachten, wenn man so vor sich hin spült. Frauen, die das erste mal Bier zapfen. Männer, die ganz unlustig auf das Erreichen des Eichstrichs beim Gezapften achten. Ja und dann gibt es noch den SEB, halten sich für die SchulElternBeletage, verhalten sich aber oft wie die SchulElternBerserker. Ich war so mitten drin in meinem lustigen Spültreiben, als eine Frau in meinem Rücken auftauchte, wo denn der Herr Claude sei, er habe sich für den Abbau einteilen lassen und jetzt solle er BITTE (!) die Biertische in den Keller räumen. Vielleicht war ich beim Spülen wirklich etwas in Gedanken und nicht lustig genug auf Zack, aber so wollte ich mich dennoch nicht anmachen lassen. “Wer sind denn Sie?” fragte ich und bekam die Antwort: “Obermeier, SEB!” Oh, ha, das saß. Ich ließ den Spültisch Spültisch sein und trug still und leise Biertische in den Keller, immerhin hatte Frau Obermeier vom SEB gesprochen. Mir blieb nur der kleine gewaltlose Widerstand in mich hineinzukichern: Obermeier, leider nicht Uschi.

Bleibt natürlich nachzutragen, dass erstens die ganze Geschichte, besonders meine Reaktion am Schluss, völlig frei erfunden ist. Die Frau Obermeier, war keine Frau, sondern ein Mann, der Althuber hieß und natürlich war er auch nicht vom SEB und übehaupt geht es auf Fastnachtsfeiern lustig zu und alle Eltern, die in der erfunden Geschichte irgendetwas gemacht haben, haben es freiwillig gemacht und es hat ihnen Spaß und Freude bereitet.

Topics: Allgemein |

One Response to “Obermeier, nicht Uschi”

  1. Juergen Says:
    February 28th, 2009 at 15:28

    Hallo Claude!
    War beim Verfassen der Geschichte noch Restalkohol im Spiel? Ich will erst gar nicht anfangen zu berichten, was sich am Rosenmontag bei der Interaktion von Lehrergruppen und den Menschen draußen im Lande abgespielt hat…

Comments