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Wie schaff ich´s nur?

By claude | April 1, 2009

Matthieu Ricard nennt ein schönes Beispiel für den Umgang mit Störenfrieden:

“Du kannst mit geistigen Störenfrieden umgehen wie die Adler, die ich von meiner Klause im Himalaya aus beobachte. Die Krähen attackieren sie oft, obwohl sie viel kleiner sind. Sie stürzen sich von oben auf die Adler und versuchen, sie mit dem Schnabel zu treffen. Die Adler jedoch werden keineswegs nervös oder starten irgendwelche akrobatischen Ausweichmanöver, sie legen lediglich im letzten Moment ihren Flügel an, lassen die Krähen vorbeischießen und breiten den Flügel wieder aus. Die ganze Aktion erfordert nur minimalen Aufwand und verursacht fast keine Störung. Wenn man genügend Erfahrung hat, funktioniert der Umgang mit plötzlich hochkochenden Emotionen ganz ähnlich. Mit klarer Achtsamkeit siehst du sie kommen, dann läßt du sie passieren, ohne sie anzurühren, ohne sie zu blockieren oder zu verstärken, ohne weitere emotionale Wellen zu verursachen.” (in: Wolf Singer und Matthieu Ricard, Hirnforschung und Meditation, Frankfurt/M 2008, 36f.)

Zuerst dachte ich, das ist ein gutes Beispiel für den Umgang zwischen Eltern und Kindern, Lehrern und Schülern, aber nun sehe ich das anders. Viel schwieriger ist dies “Vorbeiziehen-Lassen” für mich im Umgang mit Kollegen. Ist man nicht der dumme August, wenn man auf intrigante Anfeindungen von Kollegen nicht reagiert, weil man dies für zu dumm und unter seinem Niveau sieht? Wie schaff ich´s nur, kurz die Flügel einzuziehen damit der Dreck vorbeifliegen kann? Es fällt mir so schwer, nicht zurückzuschießen, mich nicht zu ärgern, mir keine Gedanken über die Dummheit anderer zu machen. Es fällt mir so schwer gängige Feedback-Muster zu aktivieren. Z.B.: Mir wurde gesagt, dass du bei Kollegen über das Niveau meiner Prüfungen gelästerst hast. Ich wünsche mir, dass du das besser mir selbst sagst, dann könnten wir uns über das Niveau von Prüfungen im Allgemeinen und meiner im Besonderen unterhalten. Dann könnte ich dir auch meinen Eindruck von deinen Prüfungen mitteilen, wenn du das hören willst. … Man merkt schnell, solche Gespräche wird es nicht geben, weil niemand von seinem hohen Ross runtersteigt, leider nicht mal ich. Wie schaff ich´s nur, mir nicht die Freude am Unterrichten und an der pädagogischen Arbeit von einigen Dreckschleudern im Kollegium vermiesen zu lassen? Sorry, wenn das jetzt nicht optimistisch klingt, ich glaube es geht nicht und ich schaff´s nicht. Gegen üble Nachrede, war noch nie ein Kraut gewachsen.

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8 Responses to “Wie schaff ich´s nur?”

  1. Werner Says:
    April 1st, 2009 at 22:53

    Danke für den “Du-sprichst-mir-aus-der-Seele”-Beitrag.

    Die EU fördert sogenannte “Mobilitäts-Projekte”. Vielleicht könnte man die D-Lehrerinnen (und Lehrer) nach dem Vorbild der “bad banks” in sogenannte “bad conference rooms” an (weit) entfernte Schulen schicken?

  2. claude Says:
    April 2nd, 2009 at 06:13

    Deine Antwort tröstet mich insofern, als anscheinend meine Wahrnehmung nicht völlig falsch ist. Leider ist es so, dass ich von meinem Tisch an dem viel gelästert wird, trotzdem nicht weg will, dann müsste ich ja mit umziehen.

  3. lotte Says:
    April 2nd, 2009 at 12:05

    Hallo,

    das Problem gibts überall im Leben, oder? Nicht nur im schulischen Alltag.
    Manchmal hilft es, wenn über andere gelästert wird, nachzufragen, wissen zu wollen, woher der/die andere das weiß bzw. zu wissen glaubt.
    Und sich nicht beteiligen hilft auch, zumindest dann, wenn über andere gesprochen wird.
    Schwieriger, da verletzender ist es, wenn man hintenrum erfährt, dass einem selbst übles nachgesagt wird…

    Im besten Fall gelingt es (also fast nie), es mit Karl Valnetin zu halten:
    “Der? Der ist so bleed, den ignoriere ich ja nicht mal!”

  4. Thomas Freilinger Says:
    June 25th, 2009 at 10:24

    Karl Pilsl: “Es gibt einen Plan für dein Leben, der viel besser ist als der beste Plan, den Menschen sich ausdenken könnten. Du musst aber bereit sein, dich damit zu beschäftigen.”

    Weißt du, dass es kein Zufall ist, dass du auf dieser Erde bist? Weißt du auch, dass es kein Zufall ist, warum du mit bestimmten Talenten gesegnet wurdest und mit anderen nicht? Weißt du auch, dass das, was dein Auftrag ist auf dieser Erde, niemand anderer für dich erledigen kann?

    Es gibt einen göttlichen Plan für dein Leben. Dafür bist du auf diese Erde gekommen. Dafür hast du deine Talente bekommen und dazu ein Feuer in deinem Innersten, das kein Mensch auslöschen kann. Es sei denn, du lässt es zu.

    Es ist von Urzeit her bestimmt, dass dein Ende auf dieser Erde SIEG bedeutet. ErVOLLg. Ein erfülltes Leben. So ist es geplant. Du bist eine Ermutigung für andere Menschen.

    Du hast aber auch einen freien Willen bekommen, der stärker ist als alles andere und mit dem du selbst - für dich - entscheiden kannst, ob du bereit bist, deinem Feuer im Herzen zu folgen. Dieses Feuer, verbunden mit deinen Talenten setzt eine Power frei, die andere Menschen in dieser Form und in dieser Konstellation nicht freisetzen können.

    Aber manchmal konzentrieren wir uns so auf das, was bisher nicht funktionierte, dass wir ganz vergessen darauf, wozu wir eigentlich berufen sind. Das Leben ist ein Lernprozess. Die Vergangenheit war unsere ‘Ausbildung’. Die Zukunft ist der Ort, an dem wir Großes bewegen können. Wenn wir uns dafür entscheiden.

    Fazit:
    Triff heute noch eine Entscheidung, das Alte loszulassen, die alten Misserfolge zu vergessen, das Gute daraus in die Zukunft mitzunehmen und konzentriere dich ab heute auf das, was du tun könntest, wenn du vollkommen frei wärest dafür, Neues zu erleben. Und es beginnt zustande zu kommen. Schritt für Schritt.”

    Mit lieben Grüßen

    Thomas Freilinger

    Es ist so einfach!

  5. claude Says:
    June 26th, 2009 at 19:50

    Lieber Thomas,

    kannst du das etwas konkreter sagen, ich glaube ich hab´s nicht ganz verstanden. Sorry

    mit besten Wünschen

    Claude

    Nicht ganz so einfach!

  6. Emma Says:
    August 24th, 2010 at 16:35

    Also ich habs ehrlich gesagt auch nicht ganz verstanden!? Zum Glück bin ich nicht die einzige…

  7. claude Says:
    August 24th, 2010 at 17:06

    Dem Dingen, die man nicht verstehen kann, ist es gut, wenn man nicht alleine ist, auch wenn man es selbst merkt.

  8. claude Says:
    August 24th, 2010 at 17:06

    Bei Dingen, die man nicht verstehen kann, ist es gut, wenn man nicht alleine ist, auch wenn man es selbst merkt.

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